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Grenzerfahrungen einer Reise: Varanasi (1. Teil)

Unsere Reise von Varanasi nach Pokhara vom 30.9.2017 beschreibt äußerst anschaulich die Höhen und Tiefen, Leiden und Freuden, Missverständnisse und Verrücktheiten die man in einer selbstorganisierten Reise so auf sich nehmen muss. Hier eine Zusammenfassung in 3 Akten was uns auf unserem Weg wiederfahren ist, beginnend mit meiner Sicht der Dinge aus Varanasi:

1. Ausgangspunkt: Varanasi, Indien;
Verrücktheitsgrad: Hoch; Stimmungsbarometer: Durchschnittlich

Varanasi oder Benares, wie es zu es zu Buddhas Zeiten noch bekannt war ist eine der ältesten und DIE heiligste Stadt des Hinduismus. Daher tummeln sich hier in den engen Gassen neben den Random-Straßenhunden und den heiligen Kühen, die selbst AUF den Gleisen im Bahnhof anzutreffen sind, jede Menge Sadhus, Pilger und indische Touristen, nach Sonnenuntergang wohlgemerkt (siehe Katjas Blogbeitrag zu Varanasi: https://einmalumdieweltbitte.de/reiseblog/varanasi/). Highlight der Hindu-Touristen ist natürlich entlang der Gaths ein Bad im Ganges zu nehmen oder wer noch besser dran ist gleich am größten Freiluftkrematiorium der Welt eingeäschert zu werden und seine sterblichen Überreste dem Ganges zu übergeben. Auf glänzende und goldene Reste der Toten haben es einige der Ärmsten abgesehen und tauchen neben dem Krematorium in den sterblichen Überreste nach Zahngold oder Schmuck während per Schiff kontinuierlich der Leichennachschub angeschifft wird. Trotz dieser bizarren Situation läuft die Einäscherung sehr gesittet und für uns Zartbesaitete erstaunlicherweise ziemlich unschockierend ab.

Wir hatten das „Glück“ während dem Durga Puja Festival in der Stadt zu sein, wo wahnsinnige Menschenmassen die mit Lichterketten beleuchteten Straßen verstopfen um bei krachender Musik in provisorisch aufgebauten Zelten der Göttin Durga und ihre Entourage anzubeten. Das „Festival“ geht die ganze Nacht, wir haben nach der 4. Statuenansammlung genug und manövrieren uns durch die Menschenmassen, schlafende Hunde, Kuhfladen und Pfützen unbekannten Ursprungs zurück zu unserem Guesthouse.

Die morgendliche Schifffahrt um 5:00 zum Sonnenaufgang ist uns 5 Stunden zu früh, daher entscheiden wir uns am Abend die tägliche Flußzeremonie zum Sonnenuntergang vom Wasser aus zu bewundern. Leider haben wir natürlich nicht die Rechnung mit den restlichen tausenden indischen Touristen gemacht und so enden wir vertaut zwischen hunderten anderer Boote in einem einzigen Bootsknäuel. Chai-Wallahs, bettelnde Kinder und Verkäufer, die einem Kerzenbötchen (aus Aluminium versteht sich) andrehen wollen, hüpfen von Boot zu Boot, zweistöckige Boote mit Plastikstühlen und Selfie-Inder nehmen einen die Sicht. Die Stimmung wird dann endgültig ruiniert als der Motor im Boot neben uns angeschmissen wird und wir vom Auspuff direkt neben uns in einer Rauchwolke verrußtem Schiffsdiesel eingenebelt um dann hinterher vom Wasserauslass der Motorkühlung mit Gangeswasser getauft zu werden. Faszinierend wie dieses Land es schafft auf der einen Seite Tausendjahre alte Traditionen zu leben und gleichzeitig durch die Moderne den Kollaps näher zu sein als je zuvor.

Weiter gehts mit dem 2. Akt, der Reise von Varanasi nach Pokhara in Nepal: https://einmalumdieweltbitte.de/reiseblog/grenzerfahrungen_varanasi-pokhara/

1 Comment

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