All unsere besonderen Erlebnisse, magischen Momente und einzigartigen Begegnungen wollen wir hier festhalten.
Reiseblog

Grenzerfahrungen einer Reise: Pokhara (3. Teil)

Nach dem anstrengenden Varanasi (Teil 1) und der nerven- und kräftezehrenden Reise bis nach Pokhara (Teil 2) brauchen wir unbedingt etwas Erholung. Diese sollten wir glücklicherweise an diesem schönen Vor-Himalaya-See bekommen:

3) Endstation: Pokhara, Nepal; Verrücktheitsgrad: Gering; Stimmungsbarometer: Ausgezeichnet

Oh du schöne heile Welt, wir haben Sie gefunden, hier in Pokhara, dem Urlaubsparadies der Nepalesen. Keine Kuh steht im Weg, kein Abfluss stinkt entgegen, anstatt Gehupe des Verkehrschaos werden wir von Live Musik empfangen, es gibt einen Bürgersteig! Wie man doch die sonst so selbstverständlichen Dinge wieder zu schätzen weiß! Wir checken in unser familienbetriebenes Yeti Guesthouse ein und lassen uns geflasht von dem Angebot an Shops, Restaurants und Bars durch das Örtchen treiben. Ganz klar wir sind im Tourihimmel, unter Anderem Umständen nicht immer unsere 1. Wahl aber nach 5 Wochen Indienchaos war diese Oase im Himalaya mehr als willkommen. Wir frühstücken Fried Eggs mit echtem Bacon und überblicken den schönen See, der wie ein Voralpensee vor dem mächtigen Annapurna Gebirge liegt, deren Gipfel in unvorstellbarer 8 km Höhe vereinzelt durch die Wolken spitzen. Mittags paddeln wir zur Insel mit Vishnu-Tempel und lassen uns wie all die Einheimischen den roten Tika-Reis auf die Stirn schmieren. Gesegnet stürzen wir uns die nächsten Tage beim Rafting den aufgewühlten Fluss hinunter und umrunden per MTB den See, vorbei an Dörfern, Reisterassen und fantastischen Ausblicken von den umliegenden Hügeln. Abends zutzeln wir an unseren Happy-Hour Cocktails an der Strandbar und schlemmen köstliches Chateaubrieux-Rindersteak mit einem Glas Rotwein, und das obwohl hier wie in Indien Kühe als heilig gelten. Zum Abschluss des laid-back backpackerlebens wird bei Live-Musik mit Einheimischen zu San-Miguel Bier angestossen und sich mit Locals über die bevorstehenden Abenteuer, wie der einwöchigen Wanderung zum Annapurna Base Camp ausgetauscht.

Die Freundlichkeit der Einheimischen haben wir bereits von den zahlreich im Ausland arbeitenden Nepalesen kennenlernen können. Viele verdingen sich sogar in Indien als Servicekräfte, da sie billiger (und freundlicher) sind als indische Bedienungen, ganz zu Schweigen von den tausenden Nepalesen, welche die Fußballarenen unserer Welt(meisterschaften) unter unmenschlichen Bedingungen hochziehen. Trotz der laut BIP großen finanziellen Armut, strahlen die Einheimischen erfreulicherweise eine innere Zufriedenheit und Gelassenheit aus, man lebt mit dem was man hat. Unser Guide auf unserer letzten Station im Chitwan Nationalpark hat es auf den Punkt gebracht: „Wir Nepalesen sind finanziell arm, aber reich im Herzen.“

PS: Freut euch auf die Fortsetzung, wenn es wieder auf dem Landweg von Nepal zurück nach Indien geht…! Man mag es nicht glauben, aber es schlimmer geht immer!

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