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Reiseblog

Wir tauchen ab in eine fremde Welt!

Fast drei Jahre ist mein letzter Tauchgang her und um genau zu sein auch das Jahr in dem ich meinen Tauchschein gemacht habe. In Erinnerung geblieben sind sämtliche Übungen, wie das nervige Ausblasen der Maske unter Wasser und hilfreiche Sicherheitschecks. Tatsächlich brauche ich in Sachen Theorie keinen Refresh. Außerdem erinnere ich mich noch zu gut an die Unterwasserwelt in den Philippinen, die einen staunen lässt. Aber und jetzt kommt die Schlüßelstelle, ich erinnere mich auch an die Panik, welche mich überkommt, wenn ich abtauchen muss. Der Moment wenn die Oberfläche vor den Augen verschwindet und ich mich komplett auf mein Equipment verlassen soll. Doch ich bin hochmotiviert, diesmal wird es anders: Ich kann tauchen und das letzte Mal hat so gut geklappt! Wiederhole ich immer wieder wie ein Mantra zu mir selbst.
Es ist so weit, ich stehe mit dem Tauchlehrer im hüfttiefen Wasser und es soll losgehen, heißt 1m abtauchen und noch einmal meine über alles geliebte Maskenausblasübung wiederholen. Ich nehme den Regulator in den Mund, versuche ganz entspannt ein – und auszuatmen, langsam mit dem Kopf unter Wasser. Doch auch wenn mein Kopf mir sagt, ich soll mich entspannen und an den letzten Tauchgang erinnern, sendet mein Körper Paniksignale: Hier stimmt was nicht, du bist kein Fisch. So muss sich jemand mit Klaustrophobie fühlen, der in eine Box steigt. Keine Chance, dass es jetzt weiter als 30 cm mit dem Kopf unter Wasser geht. Ich springe auf, reiße den Regulator aus dem Mund und die Maske runter und kämpfe gegen das Gefühl von mir selbst enttäuscht zu sein. Sobald sich Frust einstellt ist es komplett gelaufen. Ok, zweiter Anlauf, ich glaube, dass ich eventuell bereit sein könnte. Wieder ganz langsam runter mit dem Kopf, alles fühlt sich ungewohnt an und dann die Geräusche der Atmung sind alles andere als beruhigend. Auch wenn ich meine Nase nicht zum Atmen brauchen werde stört mich immens das minimal reinlaufende Wasser. Wenn ich einen Wunsch habe, dann ist es bestimmt nicht der abzutauchen und 45 Minuten in 15 Meter Tiefe zu verbringen. Ich springe wieder hoch, fast noch panischer als beim ersten Versuch. Ich kürze hier mal ab, denn dieses runter und hoch ging noch 15 Minuten so weiter, bis ich endlich meine Panik besiegt habe und der Tauchgang los ging. Beim ersten Abtauchen habe ich einen inneren Kampf auszuüben, wie ich ihn aus keiner anderen Situation kenne. Ich bin bis auf das Äußerste gestresst und entnervt. Meine Gedanken sind klar, es ist eine völlig ungefährliche Situation, doch mein Körper will es einfach nicht umsetzen. Wenn ich das hier nieder schreibe oder man das liest fragt man sich doch, warum ich es nicht einfach lasse?! Schnorcheln ist eine super Alternative und absolut stressfrei. Stelle ich mir jedoch die Frage, ob der Stress zu Beginn es wert ist was ich beim anschließendem Tauchen erlebe? Kann ich dies mit JA beantworten. Denn die Welt, welche sich in der Tiefe offenbart, muss man einfach mit eigen Augen sehen so unwirklich fühlt sich alles an. Zum Glück sind die darauffolgenden Tauchgänge immer deutlich entspannter, es scheint tatsächlich besser zu werden. Außerdem seine eigenen Ängste überwinden, bringt ein so euphorisches Erfolgserlebnis mit sich, das noch lange nach dem Tauchgang anhält: Ich habe es geschafft, weil ich es wollte. Sage ich zu erfahrenen Tauchern mit 100en von Tauchgängen, dass ich nervös und aufgeregt bin, schauen sie mich freudig an und entgegnen „Lucky You“. Mit der Routine wird irgendwann das Eizigartige, das Faszinierende weniger, dafür lässt aber auch der Stress nach. In diesem Sinne versuche ich dann mal so bald wie möglich wieder abzutauchen.

Außer Tauchen im entlegenen Bau-Bau in Südosten von Sulawesi, welches vor allem die Lieblingsbeschäftigung von Moritz, Lukas und Jonthon ist, gibt es noch ein paar Rechercheaufgaben von Jonthon.  So begleiten wir Jonthon bei seiner Recherche zu den ehemaligen Seenomanden, dem Bajo-Volk, welche von Myanmar bis nach Indonesien auf und von dem Meer leben und deren Kultur und vor allem ihre Sprache vom Aussterben bedroht ist. Wir sind mit unserer weißen Hautfarbe hier eine solche Seltenheit, dass sich die Leute auf der Straße nach uns umdrehen und uns ungläubig anstarren. Ein freundlicher Wink bricht das Eis und die Erstarrten jubeln freundlichst zurück, froh darüber einen so selten Besuch zu Gesicht zu bekommen. Tatsächlich sollen sich nach Aussage unseres Tauchlehrers gerade mal 3 weitere Westler in der abgeschiedenen Inselwelt tummeln.

 

2 Comments

  1. Pingback: Schäbiger Backpack in der Kategorie übelstes Taucherlebnis – Einmal um die Welt, bitte!

  2. Pingback: Divemaster Training: Unterwasser hört dich niemand lachen und ein Hilfeschrei aus der Tiefe – Einmal um die Welt, bitte!

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